Gesunde Ernährung für Dein Baby – von der Schwangerschaft bis zur Familienkost

Die gesunde Ernährung Deines Babys beginnt bereits im Mutterleib. Deswegen ist es wichtig, dass bereits in der Schwangerschaft darauf geachtet wird, was die werdende Mutter zu sich nimmt. Das ermöglicht dem Kind einen guten Start. Doch auch während der Stillzeit hat die Ernährung der Frau noch großen Einfluss auf die Gesundheit des Kindes. Wenn es dann anfängt, selbst Nahrung zu sich zu nehmen, solltest Du ebenfalls die Zusammenstellung des Speiseplans im Auge behalten. Wir verraten Dir hier, worauf es in den ersten Lebensjahren in puncto gesunder Ernährung ankommt.

Inhaltsverzeichnis

Warum eine gesunde Ernährung so wichtig ist

Die Ernährung ist einer der Grundpfeiler für ein Leben in Gesundheit. Wenn Du dafür sorgst, dass sich Dein Kind ab dem Zeitpunkt der Geburt ausgewogen ernährt, setzt Du damit einen wichtigen Grundstein. Denn nur, wenn Dein Baby ausreichend Vitamine und Mineralstoffe zu sich nimmt, kann es sich optimal entwickeln und beispielsweise seine motorischen Fähigkeiten normal ausbilden.

Gleichzeitig sorgt eine gesunde Ernährung für eine Stärkung des Immunsystems. Auch das Risiko für Übergewicht sowie für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes sinkt.

Gesunde Ernährung in der Schwangerschaft: Was Mutter und Baby brauchen

Die Ernährung während der Schwangerschaft entspricht laut aerzteblatt.de der gesunden Ernährung für alle Erwachsene. Das bedeutet, dass sie reich an Gemüse und Obst sein sollte, aus vielen Vollkornprodukten und nur in geringem Maße aus tierischen Produkten bestehen sollten.

Außerdem müssen schwangere Frauen nur geringfügig mehr essen als vorher. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt, dass Frauen ab dem 2. Trimester 250 kcal zusätzlich und ab dem 3. Trimester 500 kcal mehr zu sich nehmen.

Erhöhter Bedarf an Folat und Jod

In der Schwangerschaft steigt der Bedarf an Folat und Jod. Beides sollte in ausreichender Menge zu sich genommen werden, da diese Nährstoffe wichtig für die Entwicklung des Kindes sind. Denn Jod wird beispielsweise für sein Knochenwachstum sowie für die Hirnreife benötigt. Doch auch ein Jodmangel während der Schwangerschaft kann die werdende Mutter hart treffen und Probleme mit ihrer Schilddrüse bereiten.

Deshalb sollte unbedingt auf eine jodhaltige Ernährung geachtet werden. Seefisch und Milchprodukte sind beispielsweise gute Jodlieferanten. Zusätzlich rät die Deutsche Gesellschaft für Ernährung dazu, dass Schwangere täglich 100 bis 150 μg in Form von Tabletten supplementieren. Hier empfiehlt sich jedoch immer die Rücksprache mit dem Arzt. Das gilt insbesondere dann, wenn bereits eine Schilddrüsenerkrankung vorliegt.

Bei Folat sollte man laut Empfehlung sogar schon mit der Supplementierung beginnen, sobald eine Schwangerschaft geplant ist. Bei einer überraschenden Empfängnis kann man entsprechend höher dosierte Präparate einnehmen. Der zuständige Frauenarzt kann hierzu aber Genaueres sagen.

Bei einem Mangel an Folat steigt das Risiko für die sogenannten Neuralrohrdefekte. Diese entstehen oft schon in den ersten Wochen der Schwangerschaft. Deswegen ist es besonders wichtig, dass die Einnahme der Folat-Präparate von Anfang an ernst genommen wird.

Gesunde Ernährung - Schwangere Frau bei der Frauenärztin
Gesunde Ernährung – Informatives Gespräch mit der Ärztin bzw. dem Arzt zur Ernährung vor und während der Schwangerschaft

Grundsätzlich kann es sinnvoll sein, sich von einem Arzt Tipps für eine gesunde Ernährung während und nach der Schwangerschaft geben zu lassen, um zu evaluieren, was über die Nahrung selbst abgedeckt werden kann und was noch zusätzlich supplementiert werden sollte.

Was während der Schwangerschaft vermieden werden sollte

Schwangere Frauen sollten sich besonders gut vor Infektionen schützen, die durch die Aufnahme von Lebensmitteln übertragen werden können. Denn einige davon können dem ungeborenen Baby großen Schaden zufügen. Folgende Lebensmittel gilt es deswegen während der Schwangerschaft zu meiden:

  • Rohes bzw. nicht vollständig durchgegartes Fleisch
  • Abgepackte frische Salate oder vorgeschnittenes Obst aus der Kühltheke
  • Rohe Wurst und rohen Schinken
  • Weichkäse wie Camembert oder Gorgonzola

Gesunde Ernährung – Worauf es in der Stillzeit ankommt

Nachdem Dein Baby endlich das Licht der Welt erblickt hat, geht es weiter mit der gesunden Ernährung. In den ersten vier Monaten sollte eine stillende Frau noch etwa 500 kcal über ihrem normalen Kalorienbedarf essen. Dabei sollte weiterhin auf einen ausgewogenen und vielfältigen Speiseplan geachtet werden.

Während der Stillzeit kann es sinnvoll sein, rund die Hälfte des täglichen Energiebedarfs mit ballaststoffreichen Lebensmitteln zu decken. Dazu gehören beispielsweise die Folgenden:

  • Vollkornprodukte
  • Kartoffeln
  • Hülsenfrüchte
  • Obst und Gemüse

Darüber hinaus gibt es einen erhöhten Bedarf an Eiweiß. Dieser wird am besten über mageres Fleisch und Hülsenfrüchte gesättigt. Kalzium bekommt die stillende Mutter durch Milchprodukte oder Nüsse. Letztere versorgen sie und euer Baby auch mit gesunden Fetten, so dass sie die gesunde Ernährung während der Stillzeit auf Dein Baby überträgt.

Den Jodbedarf decken

Auch während der Stillzeit ist darauf zu achten, dass der Körper mit ausreichend Jod versorgt wird. Denn noch immer hat der Körper der Frau einen erhöhten Bedarf. Dieser kann allein über die Nahrung nicht ausreichend gedeckt werden. Das liegt daran, dass die Böden in Deutschland generell sehr arm an Jod sind. Die Verwendung von Jodsalz genügt oft für die Jodversorgung von Erwachsenen, ist aber für stillende Mütter nicht ausreichend. Genau wie in der Schwangerschaft sollte daher etwa 100 μg in Form von Tabletten aufgenommen werden.

Gibt es Alternativen zum Stillen?

Stillen ist kein Muss. Wer daher nicht stillen kann oder nicht möchte, für die gibt es natürlich andere Möglichkeiten, die Versorgung des Kindes zu gewährleisten. In diesem Fall kann auf Säuglingsnahrung in Pulverform zurückgegriffen werden. Diese unterteilt sich in Pre 1,2 und 3. Pre 1 ist die Säuglingsnahrung, die Dein Baby in den ersten sechs Monaten bekommen sollte.

Sobald es auch Beikost zu sich nimmt, kannst Du auf Pre 2 umsteigen. Diese Milch macht Dein Baby besser satt. Ab etwa einem Jahr kann es dann Pre 3 bekommen.

So gelingt die Integrierung von Beikost

Nach etwa sechs Monaten kannst Du den Beikoststart versuchen. Meist erkennst Du am Verhalten Deines Babys, dass es jetzt bereit dazu ist. Der richtige Zeitpunkt ist gekommen, wenn es immer mehr Interesse am Essen der Eltern oder Geschwister zeigt, nach Lebensmitteln greift und vielleicht sogar versucht, sich diese in den Mund zu stecken.

Gesunde Ernährung - Vater füttert Baby mit Brei
Gesunde Ernährung auch mit Einführung der Beikost

Darüber hinaus sollte der Zungenstoßreflex nicht mehr vorhanden sein. Dieser soll während der ersten Lebensmonate verhindern, dass feste Nahrung in den Verdauungstrakt gelangt. Er verschwindet aber nach einer Weile von selbst.

Achtet von Beginn an auf eine gesunde Ernährung eures Babys und wählt passendes Bio-Gemüse aus.

Leckere Breis aus Gemüse

In den ersten Wochen bekommt Dein Baby vor allem Gemüsebrei. Bewährt haben sich Karotten, da sie leicht süßlich schmecken. Doch auch Pastinaken, Süßkartoffeln, Kürbis und Zucchini sind eine gute Wahl. Die Geschmacksknospen Deines Babys müssen sich noch entwickeln. Deswegen ist es sinnvoll, ein paar Tage lang immer das gleiche Gemüse zu füttern.

Beispielsweise kannst Du Deinem Baby eine Woche lang Karotte und in der nächsten nur Kürbis geben. Am Anfang sollte der Brei möglichst dünn sein. Mit der Zeit kannst Du ihn immer dicker machen und schließlich sogar kleine Stückchen darin lassen.

Wechsel von Brei zur Familienkost

Ab dem 10. Lebensmonat darf das Baby die normale Familienkost essen. Doch auch hier ist es ratsam, sich Stück für Stück heranzutasten. Lass Dein Kind alles probieren, ohne Druck auszuüben. Dazu gehört auch, dass es Nahrung haptisch erkundet und mitunter eine ziemliche Sauerei veranstaltet. Nicht nur das Baby, sondern die gesamte Familie profitiert davon, wenn auch die Familienkost den Grundsätzen einer gesunden Ernährung entspricht.

Fazit: Es lohnt sich auf gesunde Ernährung wert zu legen

Unser Ratgeber für gesunde Ernährung zeigt auf, wie wichtig es ist für werdende Eltern ist, bei der Wahl der Lebensmittel auf ihre verschiedenen Nährstoffe zu achten.

Bereits mit dem Kinderwunsch können Paare einen wichtigen Grundstein legen, um ihrem Baby während der Schwangerschaft sowie nach der Geburt einen gesunden Start ins Leben zu ermöglichen.

Darüber hinaus trägt eure gesunde Ernährung auch mit Einführung der Beikost bei eurem Baby dazu bei, dass gesunde und nährstoffreiche Lebensmittel ein wesentlicher Teil eures Essenplans ist.

LG, Maren.

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Hey, ich bin Richard und zusammen mit meiner Frau Maren, Erzieherin und Sozialpädagogin führen wir als Eltern eines Sohnes den Elternblog „Papammunity“.

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1 Gedanke zu „Gesunde Ernährung für Dein Baby – von der Schwangerschaft bis zur Familienkost“

  1. Vielen Dank für den ausführlichen Beitrag!
    Wir haben bei unseren Jungs direkt ab Beikostreife um den sechsten Monat mit Familienkost gestartet und den Teil mit dem Brei weg gelassen.
    Ich denke jede Familie muss da ihren Weg finden 😊

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