Fruchtbarkeit – Wie Frau und Mann ihren Kinderwunsch forcieren

Bei den meisten Menschen stellt sich spätestens in den 30ern die wohlbekannte Frage nach der Gründung einer eigenen Familie. Das ist auch gut, denn schließlich soll jede:r sich bewusst machen: Will ich eigentlich (ein) Kind(er) oder nicht? Und wenn dem so ist, sollten die werdenden Eltern sich die Frage stellen, welche Rolle spielt meine Fruchtbarkeit und die meines Partners eigentlich dabei?

Im Idealfall läuft alles unkompliziert. Wird eine Entscheidung für ein gemeinsames Kind getroffen, geht man das Thema an und wird innerhalb eines Jahres schwanger. Doch für nicht alle Paare ist das so einfach, denn vertraut man den Statistiken, bleibt mittlerweile etwa jedes 7. Paar ungewollt kinderlos. Die Gründe hierfür sind verschieden, doch ein Hauptgrund ist das fehlende Wissen über Fruchtbarkeit und noch zu viele Mythen darüber sind im Umlauf.

Welche Rolle spielt das Bewusstsein für die eigene Fruchtbarkeit beim Kinderwunsch?

Doch fangen wir am besten einmal von vorne an. In unserer heutigen Gesellschaft wird bereits in der Schule nur darüber gesprochen, wie man sicher verhütet. Damit entsteht die Wissenslücke also bereits in der Jugend und wird in den Folgejahren seitens der Gynäkologen und der Gesellschaft nicht aufgelöst: Nämlich wird in keinem Wort erwähnt, dass die Fruchtbarkeit bei Frauen sowie Männern mit dem Alter abnimmt. Der Gedanke und Glaube daran, eine Familie zu gründen sei unproblematisch, spielt also in den Köpfen so gut wie keine Rolle.

Bereits mit dem 30. Lebensjahr haben wir mit einer geringeren Fruchtbarkeit zu rechnen. Zugegeben, bei Frauen tickt die biologische Uhr wesentlich lauter, aber es ist nicht von der Hand zu weisen, dass laut Statistik Männer und Frauen zu gleichen Teilen an einer ungewollten Kinderlosigkeit verantwortlich sind – im medizinischen Sinne.

Und damit kommen wir auch direkt zu der Hauptursache der Unfruchtbarkeit: dem Alter!


Sonja Steinert - Team Lead Patient Care Fertilly

„Die primäre Ursache für ungewollte Kinderlosigkeit ist die Tatsache, dass wir unsere Familienplanung immer weiter ins Alter schieben.“

– Sonja I. Steinert, Kinderwunschberaterin bei fertilly und systematische Therapeutin

Sie weiß um die Thematik, denn seit zweieinhalb Jahren betreut sie täglich Frauen und Paare mit einem unerfüllten Kinderwunsch.

Leider spielt mit steigendem Alter auch das Thema Zeit eine große Rolle. Ist man also Ende dreißig, hat man weniger Zeit zum einfach mal probieren, als mit Ende zwanzig.

Und doch wird oftmals viel Zeit verloren, weil ganz einfach die nötigen Fruchtbarkeitstest nicht durchgeführt werden, um sich seiner eigenen Fruchtbarkeit überhaupt erstmal bewusst zu werden. Dabei können diese Tests ganz einfach bei Gynäkolog:in oder Urolog:in gemacht werden bzw. In Absprache auch zu Hause.

Welche Fruchtbarkeitstests gibt es?

Sowohl für Frauen als auch für Männer gibt es diverse Tests, um die eigene Fruchtbarkeit genau ermitteln zu können. Das gängige Verfahren bei Frauen ist das Durchführen eines Bluttests sowie Ultraschallaufnahmen zur Ermittlung der Quantität der Follikel sowie den Hormonen.
Da bei Männern mit fortschreitendem Alter sich die Spermienanzahl verringert, wird dementsprechend ein sogenanntes Spermiogramm erstellt, um die Fruchtbarkeit bei Männern zu testen.

Fruchtbarkeit - Grafik von Spermien die sich Richtung Eizelle bewegen

Wie kann ich meine Fruchtbarkeit fördern?

Wenn beide Partner sich schlussendlich darüber im klaren sind, was es mit der Fruchtbarkeit auf sich hat und wie der gemeinsame Kinderwunsch bewusst verfolgt werden kann, ist es ratsam, diese auch aktiv zu fördern.

Im folgenden listen wir eine Übersicht der Do’s and Dont’s, die sowohl für die Frau als auch den Mann gelten, um die eigene Fruchtbarkeit zu fördern.

  • Eine gesunde und ausgewogene Ernährung (Lebensmittel wie Tomaten, Paprika, Zitrusfrüchte, Walnüsse, Kürbiskerne und dunkle Schokolade haben positive Einflüsse wohingegen von regelmäßigem Cola und Energy-Drink Genuss abzuraten ist)
  • Möglichst kein bzw. wenig Alkohol sowie Rauchen
  • Himbeerblättertee
  • Mönchspfeffer
  • Ausreichend Bewegung an der frischen Luft
  • Genügend erholsamen Schlaf
  • Gezielte Nahrungsergänzungsmittel (z. B. Folsäure)

Wie kann man seine eigene Fruchtbarkeit untersuchen (lassen)?

Fruchtbarkeit beim Mann

Für Männer ist der Einstieg in die Fruchtbarkeit-Thematik einfacher, auch wenn sich mancher mit dem ersten Schritt schwer tun mag: Dem Spermiogramm beim Urologen oder Andrologen, für das eine Samenprobe abgegeben werden muss. Mittlerweile kann man sich den Arztbesuch aber auch sparen und das Ganze mit zertifizierten Testkits sicher und unkompliziert zu Hause durchführen, was für viele Männer ein riesiger Vorteil ist, weil sie sich wesentlich wohler damit fühlen. Dieser Test gibt in 15 Minuten Auskunft über die Spermaqualität. Fällt dieser Test nicht gut aus, ist ziemlich klar, dass Hilfe in Bezug auf den Kinderwunsch benötigt wird.

Fruchtbarkeit bei der Frau

Bei den Frauen ist es mal wieder nicht ganz so einfach, da die weibliche Fruchtbarkeit anhand verschiedener Parameter untersucht wird.Der wichtigste Indikator für die weibliche Fruchtbarkeit ist jedoch das Anti-Müller-Hormon, denn es gibt Aufschluss über die Eizellreserve in den Eierstöcken und kann ganz einfach bei der Gynäkologin gemessen werden. Ist dieser Wert sehr niedrig, sind weitere Tests erforderlich. Im ersten Schritt empfehle ich aber immer erst einmal die Messung des AMH-Wertes, weil es ganz klar eine erste Orientierung für die Frau gibt.

Sollten sich also Auffälligkeiten oder Probleme bei einem oder gleich beiden Partner zeigen, ist neben einer eventuell kausalen Behandlung eine Vorstellung in der Kinderwunschklinik ratsam.

Zusammenfassung

Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass der Gang zum Facharzt eine Routine bei gemeinsamen Kinderwunsch sein sollte. Die Suche nach einem Kinderwunschzentrum, um bei mangelnder Fruchtbarkeit der Familiengründung auf die Sprünge zu helfen, ist für viele Paare etwas ganz normales.

Mehr über fertilly

„Mit Fertilly.com möchten wir gerne Frauen & Paare unterstützen, sich grundlegend über die bestehenden Optionen zu informieren und die richtige Klinik zu finden.“

Unerfüllter Kinderwunsch ist ein großes Thema und die Informationsbeschaffung gleicht leider immer noch einem riesigen Dschungel. Auch zu den Rahmenbedingungen (gesetzliche Regelungen, Fördergelder und Bestimmungen) wollen wir bei fertilly Berlin all unsere Patient:innen beraten – und das kostenfrei. Schließlich kommen im Falle einer Behandlung oftmals noch hohe Kosten auf die Patienten zu!

Auf der fertilly Website könnt ihr ganz einfach euren kostenlosen Beratungstermin bei uns ausmachen und euch eingehend informieren lassen von unseren erfahrenen Kinderwunschberaterinnen. Die fertilly Erfahrungen unserer Patient:innen sprechen für sich!

Übrigens: Speziell die Finanzierung der Kinderwunschbehandlung ist ein Thema, dass wir mit Fertilly gerne in unserer Gesellschaft und in der Politik neu diskutieren möchten. Wer dies auch unterstützen möchte, kann im ersten Schritt die Petition #kiwufüralle unterzeichnen von Anna Adamyan und Dr. Sarah Plack.

LG, Richard & Maren.

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Das Papammunity-Team

Hey, ich bin Richard, Vollblut-Papa und zusammen mit meiner Frau Maren, ausgebildete Sozialassistentin & Erzieherin sowie studierte Sozialpädagogin aktuell in der Jugendhilfe tätig, führen wir als Eltern eines Sohnes den Elternblog „Papammunity“.

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