Was sind die häufigsten Geburtsanzeichen zum Ende der Schwangerschaft?

Die aufregende Reise der Schwangerschaft nähert sich dem Ende zu, die Geburt Eures Kindes steht bevor. Dieses Naturwunder kündigt sich durch eine Reihe von Anzeichen an, die von Frau zu Frau unterschiedlich sind. Von dem Moment, in dem sich der Schleimpfropf löst, bis zu den unverkennbaren Geburtswehen, jeder Schritt ist ein wichtiger Teil des natürlichen Geburtsprozesses. Für werdende Mamas und Papas ist es wichtig, diese Geburtsanzeichen zu kennen, um sich auf das wunderbare Ereignis der Geburt optimal vorzubereiten.

Anzeichen der bevorstehenden Geburt

Die ersten Anzeichen der Geburt sind so vielfältig und einzigartig wie jede Schwangerschaft selbst. Von leichten, unregelmäßigen Übungswehen bis zum offensichtlichen Blasensprung – jeder dieser Momente ist ein entscheidender Schritt auf dem Weg zur Geburt Deines Kindes.

Achte auf Veränderungen in Deinem Körper und auf Signale wie zunehmenden Druck im Becken oder Veränderungen der Kindsbewegungen. Diese Geburtsanzeichen helfen Dir zu erkennen, wann es Zeit ist, sich auf den Weg ins Krankenhaus zu machen.

Langfristige und baldige Geburtsanzeichen

Das Herannahen der Geburt kündigt sich mit einigen deutlichen Signalen Deines Körpers an. Zu diesen zählen:

  • Übungswehen bereiten den Körper auf die echten Wehen bei der Geburt vor. Sie können manchmal schon ab der 20. Woche auftreten, häufiger aber ab der 28. Woche.
  • Auch Senkwehen können bereits ein paar Tage oder Wochen vor der Geburt auftreten. Sie sorgen dafür, dass das Baby mit dem Kopf voran ins Becken abgesenkt wird. Dabei nimmt der Druck im Beckenbereich zu.
  • Die Kindsbewegungen werden weniger, weil Dein Baby kurz vor der Geburt noch einmal gut an Gewicht zulegt und es ihm in der Fruchtblase etwas eng wird.
  • Ein weiteres Zeichen, das auf die Geburt hinweist, ist das Lösen des Schleimpfropfens. Der spezielle Zervixschleim, der während der Schwangerschaft den Muttermund schützt, löst sich manchmal Stunden, manchmal Tage vor der Geburt und zeigt sich als schleimiger oder blutiger Ausfluss. Obwohl dies kein Zeichen für den unmittelbaren Geburtsbeginn ist, ist es ein klarer Hinweis darauf, dass Dein Körper sich auf das kommende Ereignis gezielt vorbereitet. Es ist nun an der Zeit, besonders achtsam mit Dir und Deinem Körper zu sein und auf weitere Geburtsanzeichen zu achten, die in den nächsten Tagen auftreten.
  • Wenn sich die Intensität Deiner Wehen verändert und die Abstände in einem regelmäßigen Rhythmus kommen, handelt es sich um Geburtswehen. Sie sind ein unverkennbares Anzeichen, dass Dein Körper den Geburtsvorgang eingeleitet hat.
  • Dein Darm wird mit dem zunehmenden Wehenhormon im Blut aktiv und leitet den Stuhlgang aus, oft in Form von Durchfall. Du kannst dies bei Bedarf vorzeitig herbeiführen, wenn Du einen Einlauf benutzt.
  • Der Blasensprung ist ein Signal, dass es nicht mehr lang dauert, bis Euer Baby zur Welt kommt.
  • Manche Frauen leiden kurz vor der Niederkunft unter starken Rückenschmerzen und Muskelzittern. Das Zittern ist kein Grund zur Sorge. Es ist eine natürliche Reaktion auf die Anspannung der Muskulatur. Der Körper sorgt damit für eine gewisse Muskelentspannung.
  • Die Öffnung des Muttermundes, was von einer Hebamme oder Ärztin bzw. einem Arzt kontrolliert wird, ist ein Anzeichen, dass das Kind bald geboren wird. Ist der Muttermund vollständig geöffnet, was bei vielen Frauen ungefähr 10 Zentimeter beträgt, wird das Kind nur noch wenige Stunden auf sich warten lassen.

Worauf musst Du achten, wenn es zu Anzeichen der Geburt kommt?

Wenn Du die ersten Geburtsanzeichen bemerkst, ist es wichtig, Ruhe zu bewahren und Dich genau zu beobachten. Achte darauf, wie regelmäßig und intensiv die Wehen sind und ob andere Geburtsanzeichen wie das Lösen des Schleimpfropfes, zunehmender Druck im Becken oder der Blasensprung auftreten.

Es ist ratsam, eine Tasche mit allen notwendigen Dingen für den Krankenhausaufenthalt bereitzuhalten. Informiere Deinen Partner oder eine Begleitperson und halte Kontakt zu Deiner Hebamme oder Deinem Arzt, um den richtigen Zeitpunkt für die Fahrt ins Krankenhaus zu bestimmen. Denke daran, dass jede Geburt einzigartig ist und hab keine Angst – Dein Körper und Dein Instinkt werden Dir den Weg weisen.

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Bewahre Ruhe und informiere Deinen Partner, wenn sich die ersten Geburtsanzeichen ankündigen

Übungswehen und Geburtswehen unterscheiden

Übungswehen werden häufig als mildes Ziehen oder Krampfen im Bauch empfunden. Sie kommen in unregelmäßigen Abständen und lassen sich vorübergehend ignorieren. Sie können Tage oder Wochen vor der eigentlichen Geburt stattfinden.

Geburtswehen sind intensiver, regelmäßiger und lassen sich auch durch Entspannungstechniken nicht abschwächen. Sie treten in kürzeren Abständen auf, dauern länger und nehmen im Laufe der Zeit an Stärke zu. Die Schmerzen strahlen bei vielen Frauen in den unteren Rückenbereich und in die Beine ab. Die folgende Tabelle soll Dir helfen, Übungswehen von Geburtswehen zu unterscheiden:

EigenschaftÜbungswehen (Braxton-Hicks)Echte Geburtswehen
Regelmäßigkeitkommen unregelmäßig, wechselnde Abständekommen sehr regelmäßig, kürzer werdende Abstände
Reaktion auf Bewegunglassen nach bei Bewegung, Ruhe oder Positionswechselbleiben konstant, unbeeinflusst von Bewegung
Intensitätschwach, bleiben gleich oder nehmen abstark, nehme im Verlauf zu
Ablenkbarkeites ist möglich, sich auf anderes zu konzentrierenes ist schwierig, sich auf anderes zu konzentrieren
Schmerzempfindenoft schmerzfrei, manchmal unangenehmin der Regel schmerzhaft

Bis Du zum ersten Mal schwanger oder aus anderen Gründen unsicher, ob es sich um Übungswehen oder echte Geburtswehen handelt, solltest Du Dich mit Deiner Hebamme, dem Geburtshelfer oder Deiner gynäkologischen Praxis in Verbindung setzen, um untersuchen zu lassen, ob der Geburtsprozess bereits begonnen hat. Sobald der Muttermund vollständig geöffnet ist – in der Regel etwa 10 cm –, endet die Eröffnungsphase der Geburt. Dies markiert den Beginn der Austreibungsphase, in der das Baby durch den Geburtskanal gepresst wird.

FAQ – Häufig gestellte Fragen zu Geburtsanzeichen

Was können untypische Geburtsanzeichen sein?

Untypische Geburtsanzeichen umfassen Symptome wie starke Übelkeit, Erbrechen und Blutungen sowie Schmerzen weit vor dem errechneten Geburtstermin. Du solltest in diesen Fällen am besten sofort zur Frauenärztin/zum Frauenarzt gehen, denn es könnte sein, dass eine Frühgeburt droht.

Was können Symptome für Senkwehen sein?

Senkwehen kündigen sich durch ein tiefes Ziehen im Unterleib oder Rücken an, ähnlich wie Menstruationskrämpfe. Der Bauch senkt sich sichtbar, was oft eine Erleichterung beim Atmen bringt. Diese Wehen sind unregelmäßig und weniger intensiv als echte Geburtswehen. Manche Frauen berichten von einem Druckgefühl im Becken oder leichten Schmerzen, die bis in die Leistengegend ausstrahlen.

Ab wann treten Senkwehen auf?

Sie können ab der 36. Schwangerschaftswoche auftreten. Allerdings kann es auch vorkommen, dass sie sich erst ein paar Tage vorher zeigen.

Wie erkenne ich einen Blasensprung?

Das Fruchtwasser fließt entweder schwallartig oder in einem kontinuierlichen, langsamen Fluss ab. Anders als bei Urin kannst Du den Austritt des Fruchtwassers nicht kontrollieren. Fruchtwasser hat keinen Geruch, die Farbe ist klar oder leicht gelblich.

Was tun, wenn ich keine Geburtsanzeichen spüre?

Wenn Du Dich noch in der 40. Schwangerschaftswoche oder davor befindest und noch keine Geburtsanzeichen feststellst, solltest Du zunächst Ruhe bewahren. Es ist nicht ungewöhnlich, dass sich die Geburt etwas verzögert, besonders bei Erstgebärenden. Wenn Du magst, gehe ein wenig spazieren, trinke Tee oder bade in Ruhe. Dies kann den Prozess beschleunigen, wenn man Erfahrungsberichten von Müttern glaubt. Allerdings gibt es keine Studien, die die Wirkung dieser Hausmittelchen belegen. In der 41. Woche solltest Du Dich mit der Hebamme oder dem Gynäkologen bzw. der Gynäkologin in Verbindung setzen, damit sie Maßnahmen zur Einleitung der Geburt erwägen können.

Zusammenfassung

Die Geburt ist ein komplexes und natürliches Ereignis, das sich durch verschiedene Anzeichen ankündigt. Von den ersten Hinweisen wie dem Lösen des Schleimpfropfes bis zu den intensiven Geburtswehen – es ist wichtig, auf Deinen Körper zu hören und bereit zu sein. Denke daran, dass jede Geburt einzigartig ist und Dein Instinkt Dir den Weg weisen wird. Mit Wissen, guter Vorbereitung und liebevoller Unterstützung kannst Du der Geburt gelassen entgegensehen.

LG, Maren & Richard.

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