Vater-Kind Bindung – 5 Tipps für eine ausgewogene Balance im Familienalltag

Wie Mann bei sich authentisch und damit ein guter Vater und Partner bleiben kann, diese Frage stellen sich viele Männer. Wir geben Dir 5 Tipps für eine intakte Vater-Kind Bindung sowie mehr Ausgeglichenheit im Familienleben mit auf den Weg.

Wenn wir gute Väter und Partner sein wollen, gibt es vieles, was uns neben unserem guten Willen davon abhalten kann. Erwartungen im Job, lange Arbeitswege, hohe Verantwortung, Care-Arbeit – das erzeugt mentalen, emotionalen und physischen Stress.

Eine bewusste Vater-Kind Bindung aufbauen

Wir machen nicht alles richtig in der Erziehung unserer Kinder. In vielen Fällen machen wir aber schon mehr richtig als unsere Eltern. Das sehen wir an der Generation, die uns nachfolgt. An unseren Kindern. An der Form, wie aktive Vaterschaft mehr und mehr in der Gesellschaft ankommt.

Unsere eigenen Kinder sind unser größter Spiegel. Wenn wir bewusst hinsehen, können wir uns selbst in ihnen sehen.

Sie zeigen uns jederzeit, wie wir sind und wie wir leben. Wir werden also auch unser Unbewusstsein im Verhalten unserer Kinder sehen, wenn Sie nervig sind, anstrengend, fordernd usw. Wir werden aber auch unser Bewusstsein in ihnen entdecken. Sie sind kooperativ, inspirierend, witzig und alles was du selber bist, wenn du selbstbewusst bist.

Aus diesem Grund sind Deine Kinder eine der größten Chancen, die Du hast, um Deinen Grad an Bewusstsein zu messen. Wenn Dir eine harmonische, kooperative, liebevolle Vater-Kind Bindung wichtig ist, dann probiere die folgenden Anregungen einmal aus.

5 Tipps, wie Du die Vater-Kind Bindung zu Deinem Kind verbesserst

  1. Bring ihnen Empathie bei: Indem sie Dich dabei beobachten, wie Du Dich in die Lage anderer versetzt, zeigst Du ihnen, wie Du durch die Augen anderer siehst. Gerade bei den Menschen, die eine andere Meinung haben als Du selbst. Sie werden es dir nachtun. Das hat Auswirkung auf ihr Leben und auf Dein Leben mit ihnen.
  2. Unterstütze Rollenspiele: Der beste und einfachste Weg Empathie zu fördern sind Rollenspiele. Genauso wie für Schauspieler und jeden anderen Erwachsenen ist es gerade für Kinder in ihrer Entwicklung elementar wichtig, dass sie in verschiedene Rollen schlüpfen können. In den Bösewicht, den Superhelden, das Tier – Kinder testen sich eigentlich den ganzen Tag in unterschiedlichsten Gewändern, wenn wir sie lassen. Der einfachste und effektivste Weg, der im Übrigen auch noch am meisten Spaß bringt, ist mitzumachen.
  3. Fördere Talente und Interessen: Fördere das, was gerade jetzt aus ihnen heraus will. Gehe nicht nach Deinem Plan, was sie lernen sollen. Wenn Du willst, dass sie an etwas dranbleiben, dann zeig ihnen, dass Du das auch kannst. Ansonsten unterstütze sie in dem, was sie interessiert. Auch wenn das morgen etwas anderes ist als heute. Ein Kind muss sich ausprobieren. Immer und immer wieder.
  4. Schenke Aufmerksamkeit: Sei bei Deinem Kind, um Deine Vater-Kind Bindung zu stärken und festigen. Egal, ob drei oder 16 Jahre alt. Sei einfach da. Agiere auf Augenhöhe. Erkläre nichts, frage nichts. Mach nichts. Plane nichts. Setz Dich zu Deinem Kind und schau ihm nur über die Schulter. Mit bedingungsloser Aufmerksamkeit. Denke an nichts. Sei ganz bewusst bei Deinem Kind und beobachte, was passiert.
  5. Fördere Tugenden: Bringe Deinem Kind gute Tugenden bei. Dankbarkeit, Vergebung, Hingabe, Vertrauen – alles was Dir wichtig ist und was Du Deinem Kind auch im Alltag selber zeigen kannst. Erzähle ihm von Geschichten, in denen diese Tugenden vorkommen. Gehe dann den nächsten Schritt und denke Dir Geschichten selber aus. Nimm Personen aus Deinem Leben, am besten Deine Kinder und Dich und bau um sie herum eine Geschichte. Du wirst sehen, nach nur ein paar Sessions seid ihr mitten in einer spannenden und inspirierenden Story und Du kannst ihnen über diese Geschichte direkt Deine Werte und Tugenden vermitteln.

Wie Du wieder in Balance als Partner findest

Es ist ehrenwert, wenn Mann ein guter Vater sein will. Und er tut gut daran, wenn er dafür viel ausprobiert, sich austauscht und dafür – wie hier Support aus unserer Eltern Community – erhält.

Wir können uns für unsere Partnerschaft und die Vater-Kind Bindung viel vornehmen. Die Realität eines modernen Mannes sieht aber heute so aus, dass die Anforderungen aus Beruf und dem System ihre Spuren hinterlassen. Männer erleiden genau wie auch Frauen immer häufiger mentale und körperliche Erschöpfungszustände.

Linktipp: „Mental Load

Wir brauchen Zeit für den Ausgleich vom stressigen Alltag, um zu reflektieren, ganz bei uns zu sein und um uns dauerhaft nicht zu verlieren. Wir sollten die Präsenz im gegenwärtigen Augenblick steigern.

Das aber lässt unser Alltag kaum zu und da sind wir an der Ursache. Uns fehlt die Zeit dafür, das zu kompensieren, was wir nicht kultivieren können, weil uns die Zeit dazu fehlt. Klingt nach Teufelskreis.

Vor zwei Jahren hat sich unser Gastautor Daniel Scheffer mit einem Freund (Ulli Russler) daran gemacht, speziell für Männer einen praxistauglichen Ansatz zu entwickeln. Die Lösung ist, die Entwicklung von Achtsamkeit im stressigen Alltag möglich zu machen. Daraus entstand unser Achtsamkeitsguide „Mindful Men”.

Für „Mindful Men” haben wir viel altes Wissen adaptiert und für den Mann von heute anwendbar gemacht. Durch kompakte ein- bis zweiminütige Einheiten, die wir in allen kurzen Zeitlücken über den Tag einschieben können. Ob im Auto an der Ampel, unter der Dusche, am Arbeitsplatz, in der Schlange an der Kasse.

Die Darth Vader-Methode gegen Alltagsstress

Vorgehen:

  1. Beim Ein- und Ausatmen mit geschlossenem Mund einen durchgängigen Reibelaut/Hauchgeräusch erzeugen
  2. Dafür werden die Muskeln der Stimmritze verengt
  3. Auf diese Art sechs Sekunden einatmen
  4. Auf diese Art sechs Sekunden ausatmen
  5. Sechs Mal wiederholen
  • Augen schließen oder einen Punkt fixieren
  • Durch den Mund einatmen
  • Durch den Mund ausatmen
  • Mit den Fingern die Wiederholungen mitzählen

Zusammenfassung

Es geht für den Mann und Papa von heute also vor allem darum, einen Weg zu finden, um den Stürmen des Alltags durch einen physischen, mentalen und emotionalen Regenschirm zu begegnen. Das kannst Du erlernen und integrieren.

Die Beziehungen zu Deinen Liebsten – speziell Deine Vater-Kind Bindung – werden sich dabei auf eine Art verändern, die Dich Staunen und Lachen lassen wird.

Mehrmals pro Woche nur sieben Minuten am Tag in die Steigerung des eigenen Bewusstseins zu investieren, wird uns nachhaltig mit einer geschärften Wahrnehmung zurück zu unserer Familie kommen lassen – und macht uns damit zu besseren Partnern und Vätern.

LG, Richard.

Über den Autor von „Mindful Men“

Daniel Scheffer, Autor von Mindful Men
Daniel Scheffer

Geboren 1977 in Münster, ist Vater von zwei Kindern und heute ortsunabhängiger Freigeist. Nach seinem Abitur 1998 und einem Jahr Zivildienst im Krankenhaus entschied er sich für ein Germanistik- und Sportstudium.

Sein erstes Unternehmen baute Daniel 2010 im Finanz- und Investmentsektor auf, sechs Jahre später gründete er sein erstes Food Start Up “Bunt & Pur”. Da Daniel gerne mehr als ein Projekt hat, erschuf er parallel dazu seine Kernmarke “D.Tect”, mit der er Unternehmer auf ihrem Weg zu mehr Freiheit und bewusstem Business begleitet. Gemeinsam mit einem seiner Klienten entwickelte Daniel das Projekt Mindful Men, für das er 2021 das gleichnamige Achtsamkeitsbuch für Männer schrieb.

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Letzte Aktualisierung am 20.05.2024 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API

2 Gedanken zu „Vater-Kind Bindung – 5 Tipps für eine ausgewogene Balance im Familienalltag“

  1. Hi Richard, bin neu auf deinen spannenden Blog gestossen. Tolle Tips um die Vater- Kind Bindung zu stärken. Ich arbeite als Familienhelfer und Elterncoach und interessiere mich sehr für die Vaterthemen und stehe voll hinter deinen Beschreibungen. Vielleicht würde auch noch helfen, sich selbst authentisch dem Kind zu zeigen mit der grossen Emotionspalette welche wir in uns tragen. So kann das Kind auch Selbstkontakt lernen…
    Danke dir für die Anregungen und weiterhin viel Spass beim Schreiben!
    Vg Mihaly

    Antworten
    • Hallo lieber Mihaly,
      ganz herzlichen Dank für Deine wunderbaren Worte! Ich bin ganz bei Dir, gerade wir Väter tun gut daran, unsere Emotionen zu zeigen und unseren Kindern vorzuleben.
      Wir freuen uns immer, Dich hier wieder im Blog zu begrüßen.
      LG, Richard.

      Antworten

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