Babykrankheiten im 1. Lebensjahr

Ihr seid frischgebackene Eltern, voller Emotionen und Liebe, die sich auf die nun beginnende Zeit als Familie freut? Aber was, wenn das Neugeborene das erste Mal krank wird? Welches sind überhaupt die typischen Babykrankheiten im 1. Lebensjahr? Welche U-Untersuchungen werden bis zum ersten Geburtstag empfohlen, um bekannten Säuglingskrankheiten vorzubeugen? Wir geben Dir – in Zusammenarbeit mit dem Kinderarzt Dr. Andreas Wenner – einen ultimativen, informativen Überblick!

Babykrankheiten – Was tun, wenn der Säugling krank wird?

Mit der Geburt eures Kindes verändert sich auch euer Familienalltag. Ab sofort liegt der Fokus ganz auf eurem Schatz und allem, was das Eltern sein ausmacht. Zu diesen wundervollen Monaten des Kennenlernen und die gemeinsame Familienzeit zu erleben gehören natürlich auch die diversen Babykrankheiten.

Der Körper Deines Babys vollzieht in den ersten zwölf Lebensmonaten eine erstaunliche Entwicklung. Dazu gehört auch, dass sich das Immunsystem entwickelt und trainiert werden muss. Hierbei sind die typischen Säuglingskrankheiten, wie z. B. der erste Schnupfen, Fieber oder 3-Monats-Koliken wichtig, um die Abwehrkräfte Deines Babys zu stärken.

Babykrankheiten - Baby in Decke auf Mamas Arm
Zahlreiche Babykrankheiten fordern uns Eltern im 1. Baby Lebensjahr

Die Anzahl der Infekte bei Babys und Kleinkindern liegt hier in der Regel zwischen acht und zwölf. Reichlich herausfordernd also für uns Eltern. Nichtsdestotrotz hat auch jeder Infekt etwas gutes an sich, stärkt er doch das Immunsystem Deines Babys und entwickelt so auf natürliche Weise Antikörper gegen die gängigsten Infektionskrankheiten.

Infekte kommen und gehen. Grundsätzlich rate ich Eltern immer, Ruhe zu bewahren, dem Baby Liebe und Geborgenheit zu geben und rechtzeitig die Kinderarztpraxis zu kontaktieren, um das Baby untersuchen zu lassen und sich medizinischen Rat einzuholen. Lieber einmal zu viel, wenn ihr als Eltern unsicher seid, als einmal zu wenig!

Dr. Andreas Wenner, Kinderarzt

Der Aufbau des frühkindlichen Immunsystems ist ein langwieriger, wichtiger Prozess, bei dem Du Dein Kind liebevoll begleitest. In Abstimmung mit eurem Kinderarzt könnt ihr zielgerichtet auf den jeweiligen Infekt (viraler oder bakterieller Art) eingehen und gemeinsam über den Behandlungsablauf entscheiden.

Babykrankheiten - Puppe beim Kinderarzt
Professionellen Rat zu den gängigsten Babykrankheiten in der Kinderarztpraxis einholen

Zu guter letzt bewirkt aber auch Mutter Natur beträchtliches, um Deinem Baby bei der Immunabwehr zu helfen und Babykrankheiten auf natürliche Weise zu bekämpfen. Hier bei gehört zu den Grundregeln, ausreichend Flüssigkeit sowie Ruhe zu bekommen, um den kleinen Babykörper bestmöglich gegen Viren und Bakterien anzukämpfen.

Darüber hinaus ist ein erste Hilfe Kit Teil sowie Produkte der Babypflege wichtiger Bestandteil der Baby Erstausstattung.

Wir haben viele bescheidene Nächte, gerade im ersten Jahr mit Hugo, verbracht, die mächtig geschlaucht und an den Nerven gezehrt haben. Daher umso wichtiger bei einem Infekt des Babys, Ruhe zu bewahren, Geduld aufzubringen und sich Rat vom Kinderarzt einzuholen.

Richard & Maren – Eltern & Blogger

Welche U-Untersuchungen werden im 1. Lebensjahr gemacht?

Bei den sog. U-Untersuchungen handelt es sich um Vorsorgeuntersuchungen für Kinder. Insgesamt werden zwölf Kinderuntersuchungen vom Kinderarzt vorgenommen. Diese reichen von der ersten Untersuchung direkt nach der Geburt bis zum zehnten Lebensjahr. Danach folgen die J-Untersuchungen.

U-Untersuchungen dienen dazu, die Entwicklung der Kinder zu verfolgen. Zu den regelmäßig erhobenen Werten zählen dabei die Größe und das Gewicht des Kindes. Des Weiteren werden mittels U-Untersuchungen Krankheiten oder Entwicklungsstörungen frühzeitig erkannt und können so direkt behandelt werden.

In den ersten zwölf Lebensmonaten stehen insgesamt sechs Kinderuntersuchungen an, um die Entwicklung des Babys zu protokollieren sowie etwaige Babykrankheiten frühzeitig zu erkennen. Zusätzlich dienen die U-Untersuchungen der Beratung sowie Beantwortung von Fragen der Eltern durch den Kinderarzt.

U-Untersuchungen U1 und U2

Die ersten beiden Kinderuntersuchungen finden noch im Krankenhaus statt. Direkt nach Geburt erfolgt die erste U-Untersuchung, die U1. Hierbei wird der Gesundheitszustand des Neugeborenen untersucht, woraus der sog. APGAR-Wert, also die Anpassungsfähigkeit des Säuglings an die „neue“ Umwelt, ermittelt wird. Die diversen Untersuchungen dauern lediglich einige Minuten, so dass die Eltern ihr Neugeborenes bald wieder bei sich haben.

Die U2 kann, muss aber nicht im Krankenhaus stattfinden. Dies ist abhängig davon, wie lange Mutter und Säugling noch auf der Entbindungsstation bleiben. Die U2 findet zwischen dem 3. und 10. Lebenstag statt und besonderes Merkmal liegt dabei auf der Hautfarbe, den Sinnesorganen, der Brust sowie Bauchorganen, den Geschlechtsorganen, dem Kopf sowie dem Skelettsystem.

U3 bis U6

Die folgenden vier Kinderuntersuchungen verfolgen in regelmäßigen Abständen die o.g. Ziele. Die Entwicklung wird dabei dem Alter entsprechend vom Arzt begutachtet und im U-Heft dokumentiert.

Welche Impfungen werden bei Babys im 1. Lebensjahr durchgeführt?

Das Thema Impfen ist ein für Eltern sensibles Thema, dass immer wieder Fragen aufwirft. Grundsätzlich ist es ratsam, immer mit dem Kinderarzt über die verschiedenen Impfangebote zu sprechen und sich zu informieren bzw. aufklären zu lassen.

Wir impfen aus Überzeugung, auch dank dem Austausch und der Aufklärung unseres Kinderarztes.

Maren & Richard – Eltern & Blogger

Zu den Grundimmunisierungen und damit sehr gutem Schutz vor den gängigsten Babykrankheiten zählen:

  • Diphtherie
  • Wundstarrkrampf (Tetanus)
  • Keuchhusten (Pertussis)
  • Kinderlähmung (Polio)
  • HiB (Haemophilus influenzae Typ B)
  • Hepatitis B
  • Pneumokokken
  • Rotaviren
  • Meningokokken
  • Masern
  • Röteln
  • Windpocken (Varizellen)

Welches sind die häufigsten Babykrankheiten im 1. Lebensjahr und wie kann ich diese behandeln (lassen)?

Dank der vorhandenen Impfangebote lassen sich viele schwerwiegende Babykrankheiten heutzutage fast gänzlich ausschließen. Dennoch ist es wichtig, dass sich das Immunsystem eines Menschen von Beginn an aufbauen kann und mittels unumgänglicher Infekte trainiert wird. Somit haben Eltern in den ersten zwölf Monaten am häufigsten mit den folgenden Säuglingskrankheiten zu tun:

Fieber / 3-Tage Fieber

Sehr viele Infekte bringen früher oder später auch Fieber mit. Hierbei handelt es sich um eine natürliche Abwehrreaktion des Körpers und somit um ein gutes Zeichen. Der Körper unterstützt die Immunabwehr und verlangsamt durch die erhöhte Körpertemperatur die Vermehrung der Krankheitserreger.

Eine erhöhte Temperatur (ca. 37,5° bis 38,5°) oder Fieber (über 38,5°) können Begleiterscheinungen eines Infektes sein. Du solltest Dein Kind unter Beobachtung haben. Steigt das Fieber auf über 39° ist ein Arzt zu kontaktieren. In Absprache mit dem Kinderarzt kann dann nämlich entschieden werden, ob und welche Medikamente ggf. gegeben werden, um das Fieber zu senken. Dies sind in der Regel schmerzlindernde und fiebersenkende Säfte oder Zäpfchen.

Neben Trinken, Ruhe und Fürsorge ist es auch empfehlenswert, Deinem Baby nicht zu viel anzuziehen, wenn es unter Fieber leidet.

Impfen Baby - Baby liegt auf dem Bett
Trinken, Geborgenheit und Ruhe wirken am besten bei Babykrankheiten

Eine separate Viruserkrankung, die oftmals im Baby- oder Kleinkindalter auftritt, ist das 3-Tage-Fieber (Exanthema subitum/Roseola infantum). Diese Erkrankung, ausgelöst über eine Tröpfcheninfektion menschlicher Herpesviren, zeigt für ca. drei bis vier Tage grippeähnliche Symptome mit Fieber, was dann schlagartig wieder abfällt und anschließendem Hautausschlag.

Diese Viruserkrankung ist weitestgehend harmlos und gut zu behandeln.

3-Monats-Koliken

Hierbei handelt es sich weniger um eine der gängigen Babykrankheiten, als vielmehr um eine Regulationsstörung. Babys, die viel schreien, haben noch nicht gelernt sich selbst zu beruhigen. Im Zuge des Schreiens wird viel Luft geschluckt, welche dann im Bauch des Babys zu Unwohlsein führt. Als Linderung bieten sich hier Bauchmassagen an.

Erkältung

Von wir von Babykrankheiten im 1. Lebensjahr sprechen, kommen wir um Erkältungen nicht herum. Da sich die Erkältungsviren gerade in den nassen, kalten Wintermonaten schnell verbreiten, ist so ziemlich jedes Baby auch das ein oder andere Mal davon betroffen.

Erkältungsviren sind vielfältig, wandelbar und lösen in erster Linie grippeähnliche Symptome aus. Schnupfen und Husten sind hier weit verbreitet. Oftmals leiden wir Eltern mindestens genauso mit unseren Kindern mit, ist Geduld doch meistens das beste Heilmittel.

Gerade Husten lässt sich nur bedingt im Babyalter behandeln. Um den Schleim zu lösen, ist Flüssigkeit (am besten in Form von Wasser) am geeignetsten. Gerade nachts ist es gut, wenn die Atemwege feucht gehalten werden. Hier hat sich ein nasses Handtuch über der Heizung bewährt. Oder aber auch ein Luftbefeuchter, der allerdings jeden Tag gereinigt werden muss, um die Viren nicht weiter in der Luft zu verteilen.

Weitere Behandlungsmöglichkeiten sind das erhöhte Liegen mithilfe einer Decke oder Tuch unter dem Kopfteil der Matratze sowie Geduld, bis der Husten abklingt.

Schnupfen kann für ein Baby sehr anstrengend und aufwühlend sein, da die Atemweg noch winzig klein sind und sich somit schnell zu setzen. Hier gibt es speziell für Babys Nasensauger oder auch Nasentropfen, die gerade abends bzw. nachts das (Ein)schlafen erleichtern.

Pseudo-Krupp

Die engen, noch nicht ausgebildeten Atemwege rund um Kehlkopf und Luftröhre werden bei einer Pseudokrupp-Virusinfektion (Stenosierende Laryngitis) in Mitleidenschaft gezogen.

Die Schleimhaut entzündet sich und schwillt an, so dass eben jene Atemwege anschwellen, Atemnot entsteht und der sog. Krupphusten entsteht bzw. anfallartig daherkommt.

Pseudo-Krupp äußert sich durch trockenen, bellenden Husten, der vorwiegend abends und nachts aufkommt, wenn der Cortisonspiegel im Körper sinkt. Auch die Atmung ist flach und pfeifend, was auf verengte Atemwege hinweist.

Bei einem Pseudokrupp-Anfall gilt es Ruhe zu bewahren und unmittelbar den Kinder- und Jugendarzt zu kontaktieren.

Dr. Andreas Wenner – Kinderarzt

In der Regel handelt es sich hierbei um eine Viruserkrankung, kann aber unter Umständen auch durch Bakterien verursacht werden.

Die Behandlung von Pseudo-Krupp ist ähnlich wie beim Husten. Gerade nachts sollte das Baby in eine aufrechte Position (am besten auf den Arm) gebracht werden. Kühle, frische Luft am Fenster oder hohe Luftfeuchtigkeit im Badezimmer lindert den Husten. Darüber hinaus ist es möglich – in Absprache mit einem Arzt – Cortisonsaft oder -zäpfchen zu geben, um die Schleimhaut abschwellen zu lassen.

Zusammenfassung: Eltern Ratgeber für Babykrankheiten

Babykrankheiten gehören zum Elternalltag mit dazu. Das noch junge Immunsystem muss lernen und die diversen Viren und Bakterien kennenlernen, um sie immer wieder und besser bekämpfen zu können.

Die meisten Babykrankheiten verlaufen harmlos und sind gut behandelbar. Hierbei ist aus Elternsicht Fürsorge und Geduld gefragt.

Des Weiteren ist der Austausch mit der Kinder- und Jugendarztpraxis sehr wichtig. Die diversen U-Untersuchungen im ersten Lebensjahr helfen dabei, die Entwicklung Deines Kindes zu verfolgen, mögliche Erkrankungen frühzeitig zu entdecken sowie eine vertrauensvolle Beziehung zum behandelnden Kinderarzt aufzubauen.

Wir wünschen euch immer gute Gesundheit, Richard & Maren!

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Das Papammunity-Team

Hey, ich bin Richard, Vollblut-Papa und zusammen mit meiner Frau Maren, ausgebildete Sozialassistentin & Erzieherin sowie studierte Sozialpädagogin aktuell in der Jugendhilfe tätig, führen wir als Eltern eines Sohnes den Elternblog „Papammunity“.

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