Leicht, kindgerecht und durchdacht: Das Puky LS Pro 16 Zoll verspricht einen unkomplizierten Einstieg ins Radfahren. Doch wie gut funktioniert das Kinderfahrrad im Familienalltag? Wir haben es über ein Jahr lang und fast 500 Kilometer getestet und verraten, für welche Kinder sich die Anschaffung lohnt.
Diese 4 Gründe sprechen für den Kauf:
- Geringes Gewicht
- Gute Ergonomie
- Hohe Sicherheit
- Super Preis-Leistungsverhältnis
Unsere Bewertung: ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️

Über den Autor
Konstantin Rohe ist Gründer von The Cycling Dad und Vater eines fünfjährigen Sohnes. Auf seiner Plattform schreibt er über Radfahren mit Kindern, testet Fahrradanhänger und Kinderräder und gibt praktische Tipps für Familien, die im Alltag möglichst viel mit dem Fahrrad unterwegs sein möchten.
Als Redakteur bei Papammunity bringt er seine Erfahrung aus sechs Jahren beim Radsportmagazin TOUR sowie seine Perspektive als radfahrender Papa ein und teilt praxisnahe Einblicke rund um Familienmobilität mit dem Fahrrad.
Inhaltsverzeichnis – Deine Mehrwerte in diesem Artikel
Details & Testkriterien: Das Puky LS Pro 16 im Überblick
| Laufradgröße | 16 Zoll |
|---|---|
| Altersempfehlung | ab 3 Jahren |
| Körpergröße | 100 - 120 cm |
| Schrittlänge | 40 - 55 cm |
| Gewicht | 5,5 kg (selbst gewogen) |
| Schaltung | Ein-Gang mit Freilauf |
| Bremsen | Zwei Tektro Felgenbremsen |
| Testzeitraum | Juni 2025 - Juli 2026 |
| Teststrecke | 479 km |
| Testumgebungen | Urban & Outdoor |
| Preis | 429,99 € |
Unser erster Eindruck: Hier wurde an Kinder gedacht
Das erste richtige Fahrrad ist für viele Kinder ein großer Schritt. Plötzlich geht es mit eigener Muskelkraft vorwärts, die ersten Ausflüge werden möglich und irgendwann gehört das Fahrrad selbstverständlich zum Weg in den Kindergarten oder zum Wochenendausflug.
Dafür muss ein Kinderfahrrad leicht sein, sich gut kontrollieren lassen und vor allem zur Größe und den Fähigkeiten des Kindes passen.
Das Puky LS Pro 16 überzeugte uns bereits bei den ersten Fahrten mit seinem geringen Gewicht und vielen ergonomischen Details. Lenker, Sattel, Bremsen und Pedale sind konsequent auf kleine Fahrerinnen und Fahrer abgestimmt. Besonders bei den Bremsen hat Puky eine simple, aber wirkungsvolle Idee umgesetzt, die wir uns an deutlich mehr Kinderfahrrädern wünschen würden.
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Nur 5,5 kg: Warum das Gewicht so wichtig ist
Wer schon einmal erlebt hat, wie ein Kind sein Fahrrad über einen Bordstein schiebt oder nach einem Sturz wieder aufstellt, weiß: Das Gewicht spielt bei Kinderfahrrädern eine enorme Rolle.
Das Puky LS Pro 16 Zoll wiegt laut Hersteller 5,5 Kilogramm. Wir haben nachgewogen und können diesen Wert bestätigen. Selbst mit Pedalen und zusätzlichen Stecklichtern kratzt das Rad lediglich an der 6-Kilo-Grenze.

Unser Tester (Sohn) konnte das Fahrrad problemlos selbst schieben, vom Ständer nehmen und rangieren. Auch beim Fahren ist das geringe Gewicht spürbar: Das Rad lässt sich leicht beschleunigen und reagiert unmittelbar auf die Pedalbewegungen. Gerade bei den ersten Fahrversuchen vermittelt das viel Kontrolle.
Zur Einordnung: Ein durchschnittliches dreijähriges Kind wiegt nach den für unseren Produkttest verwendeten WHO-Referenzdaten rund 14,1 Kilogramm. Das Puky bringt damit etwa 39 Prozent dieses Referenzgewichts auf die Waage. Bei Kinderfahrrädern ist das Verhältnis von Radgewicht zu Körpergewicht naturgemäß ein anderes als bei Erwachsenenrädern. Umso wichtiger ist ein möglichst leichter Einstieg ins Radfahren.
Ergonomie: Lenker und Griffe für kleine Hände
Ein häufiger Fehler beim Fahrradkauf: Das Rad wird möglichst groß gewählt, damit das Kind lange etwas davon hat. Gerade für Fahranfänger ist jedoch entscheidend, dass es von Anfang an gut passt.
Puky empfiehlt das LS Pro 16 für Kinder ab drei Jahren mit einer Körpergröße zwischen 100 und 120 Zentimetern und einer Schrittlänge von 40 bis 55 Zentimetern. Entscheidend sind dabei weniger das Alter als die Körpergröße und die sichere Beherrschung des Fahrrads.
Besonders gelungen finden wir den Lenker. Sein Durchmesser ist deutlich geringer als bei Erwachsenenrädern, sodass Kinder ihn auch mit kleinen Händen vollends umgreifen und das Rad sicher kontrollieren können.

Durch Drehen des Lenkers lassen sich Höhe und Griffposition um bis zu etwa sieben Zentimeter verändern. Das begünstigt das Mitwachsen und ermöglicht je nach Vorliebe eine aufrechte oder etwas sportlichere Sitzposition.
Ein schmaler Sattel, der wirklich passt
Mit einer Länge von rund 20 Zentimetern und einer maximalen Breite von 11,5 Zentimetern ist der Sattel angenehm schmal geschnitten. Gerade im Vergleich mit anderen Marken und Modellen fällt das positiv auf.
Die Sattelhöhe wird mit einem Inbusschlüssel verstellt. Ein Schnellspanner wäre komfortabler, dafür lässt sich der Sattel nicht ohne Werkzeug entfernen. Gerade in der Stadt ist dieses kleine Plus an Diebstahlschutz durchaus willkommen.
Pedale mit ausreichend Platz
Die Pedale messen etwa 8 × 9 Zentimeter und bieten damit auch größeren Kinderfüßen ausreichend Platz. Selbst mit Schuhgröße 30 hatten wir im Test keine Schwierigkeiten. Bei anderen Kinderfahrrädern sind teils deutlich kleinere Pedale verbaut, was das Abrutschen begünstigen kann.
Auch die 89 mm langen Aluminiumkurbeln sind gut auf kleine Kinder abgestimmt. In älteren Modellreihen verbaute Puky meist 102-mm-Kurbeln, die insbesondere für kurze Beine eine Herausforderung darstellen können. Die kürzeren Kurbeln ermöglichen eine flüssigere Tretbewegung, auch bei einer Schrittlänge von unter 50 Zentimetern.
Sicherheit: Diese Bremsen haben uns begeistert
Das Puky LS Pro 16 verfügt vorne und hinten über Tektro-Felgenbremsen. Besonders gelungen ist die Farbkennzeichnung der Bremshebel: Der rechte ist neongelb, der linke schwarz. Ein Feature, das mittlerweile in anderer Farbgebung auch beim Konkurrenten Woom Berücksichtigung gefunden hat.
Der praktische Nutzen liegt auf der Hand. Kleine Kinder müssen erst lernen, welcher Bremshebel welche Bremse betätigt. Gerade im Vorschulalter ist die Unterscheidung zwischen links und rechts nicht selbstverständlich.
Durch die Farben können Eltern viel einfacher Anweisungen geben. Statt „Nimm die linke Bremse!“ heißt es beispielsweise „Schwarz bremsen!“.
In unserem Puky LS Pro 16 Test erwies sich das als ausgesprochen hilfreich. Die Farbkennzeichnung erleichtert die Verständigung zwischen Eltern und Kind und unterstützt das vorausschauende Bremsen. Für uns eines der besten Details am gesamten Fahrrad.
Klingel, Licht und Fahrradständer: Wie alltagstauglich ist das Puky Kinderrad?
Die mitgelieferte Klingel ist einfach, aber zweckmäßig. Sie sitzt so nah am Bremshebel, dass Kinder sie mit dem Daumen bedienen können, ohne den Lenker loszulassen oder die Erreichbarkeit der Bremse einzuschränken.
Abstriche gibt es bei der Beleuchtung: Eine eigene Lichtanlage gehört nicht zur Serienausstattung. Wer das Rad auch in der Dämmerung nutzen möchte, sollte zusätzliche Fahrradlichter einplanen. Wir haben außerdem Leuchtbänder am Rahmen angebracht, um die Sichtbarkeit zu erhöhen.
Der vormontierte Fahrradständer ist stabil und hält das Rad in einer relativ aufrechten, sicheren Position.
Ohne Gangschaltung: Für jüngere Kinder ideal, später ein Nachteil
Das Puky LS Pro 16 Zoll besitzt keine Gangschaltung, sondern einen einfachen Antrieb mit Freilauf. Für jüngere Kinder ist das von Vorteil: Sie können sich ganz aufs Lenken, Bremsen und Treten konzentrieren.
Die Übersetzung von 28/15 Zähnen ermöglicht ein leichtes Anfahren. Das macht sich besonders im Stadtverkehr mit häufigen Stopps an Ampeln und Fußgängerüberwegen bemerkbar. Auch Radneulinge kommen ohne großen Kraftaufwand wieder in Bewegung.

Mit zunehmendem Alter zeigte sich allerdings die Kehrseite. Als unser Tester kräftiger wurde, musste er bei höheren Geschwindigkeiten immer schneller treten, ohne entsprechend an Tempo zu gewinnen. Die 15 km/h beim Wochenendausflug länger als eine halbe Minute zu halten, glich bisweilen der Präzisionsarbeit einer Nähmaschine.
Gegen Ende unseres Tests, als unser Kind über fünf Jahre alt war, wurde deshalb der Wunsch nach einer Gangschaltung immer größer.
Das wirft eine interessante Frage auf: Braucht ein 16-Zoll-Rad eine Gangschaltung? Puky bietet mit dem Mountainbike Eightshot X-Coady immerhin selbst ein Modell dieser Größe mit sieben Gängen an.
Für Kinder, die gerade selbstständig Radfahren lernen, bleibt die einfache Übersetzung des LS Pro eine Stärke. Wer bereits schnell fährt und längere Touren unternimmt, wird die fehlenden Gänge dagegen zunehmend vermissen.
Was unserem jungen Tester des Puky LS Pro 16 besonders aufgefallen ist
- Geringes Gewicht: Auch am Berg lässt sich das LS Pro schnell beschleunigen.
- Kindgerechte Ergonomie: Lenker, Bremsen und Klingel waren gut erreichbar.
- Farbcodierung: Kein Vertauschen der Bremsen mehr.
Linktipp: Auch getestet – Die ACADEMY Bikes 3 & 5
Aufbau: Schnell bereit für die erste Fahrt
Das Puky LS Pro 16 wird weitgehend vormontiert geliefert. Wir mussten lediglich den Lenker einsetzen und befestigen sowie die Pedale montieren. Das benötigte Werkzeug ist im Lieferumfang enthalten.
Unser Fazit: Für wen lohnt sich das Puky LS Pro 16?
Mit 429,99 Euro gehört das Puky LS Pro 16 Zoll nicht zu den günstigsten Kinderfahrrädern, kostet aber noch deutlich weniger als das nur marginal leichtere Woom 3 mit ähnlichen Features (ab 499 Euro). Dafür bietet es ein sehr geringes Gewicht, eine durchdachte Ergonomie und clevere Details wie die unterschiedlich gefärbten Bremshebel.
Unsere Empfehlung: Wer ein hochwertiges erstes Pedalfahrrad für ein etwa drei- bis vierjähriges Kind sucht, sollte das Puky LS Pro 16 in die engere Auswahl nehmen. Voraussetzung ist natürlich, dass die Körpergröße passt.
Für ältere, bereits sichere Kinder, die gerne schnell und längere Strecken fahren, kann ein Modell mit Gangschaltung die bessere Wahl sein.
Nach 479 Testkilometern steht für uns fest: Das LS Pro 16 von Puky erleichtert Kindern den Einstieg ins selbstständige Radfahren und überzeugt als zuverlässiger Begleiter im Familienalltag.

Das Papammunity-Team
Hey, ich bin Richard, Vollblut-Papa und zusammen mit meiner Frau Maren, ausgebildete Sozialassistentin & Erzieherin sowie studierte Sozialpädagogin aktuell in der Jugendhilfe tätig, führen wir als Eltern eines Sohnes den Elternblog „Papammunity“.
