Gleichberechtigung im Alltag: Wie Eltern Verantwortung tatsächlich gleich verteilen

Viele Eltern wünschen sich eine gleichberechtigte Familienaufteilung. Doch Verantwortung entsteht häufig nebenbei. Väter wollen mehr mitgestalten, Mütter tragen die mentale Last. Zwischen Anspruch und Alltag liegt eine spürbare Lücke. Erfahre in diesem Artikel, wie Gleichberechtigung im Alltag funktioniert und Eltern Care-Arbeit fair (z. B. 50/50) aufteilen.

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Über den Autor

Philipp Macke ist Gründer von DaddyDo und Vater von drei Kindern. Er kennt die Fragen und Herausforderungen moderner Elternschaft aus dem eigenen Alltag und setzt sich intensiv damit auseinander, wie Familien Verantwortung fairer verteilen können.

Philipp arbeitet eng mit Familien, Coaches, Unternehmen und Expertinnen aus der Gleichstellungsarbeit zusammen, um praxisnahe Lösungen zu entwickeln, die nicht nur entlasten, sondern Beziehungen stärken. Sein Ziel ist es, moderne Vaterschaft sichtbar zu machen und Familien zu begleiten, die ihren Alltag aktiv und fair gestalten möchten.

Was bedeutet Gleichberechtigung im Alltag?

Gleichberechtigung bedeutet, dass Verantwortung im Familienalltag bewusst verteilt wird. Es geht um Klarheit, gemeinsame Entscheidungen und echte Teilhabe. Das kann z. B. eine 50/50 Aufteilung sein oder aber so individuell abgesprochen, dass sich beide Elternteile fair behandelt und ebenbürtig wahrgenommen fühlen.

Eltern sollten sich aufeinander verlassen können, weil beide wissen, was ansteht, und beide Verantwortung übernehmen.

Zu den sichtbaren Aufgaben gehören etwa Kochen, Putzen oder die Kids ins Bett bringen. Unsichtbare Aufgaben, oft als Mental Load bezeichnet, umfassen das Denken an Arzttermine, das Planen von Kita-Wechselkleidung oder das rechtzeitige Besorgen von Geburtstagsgeschenken. Beides zusammen bildet den Kern von Care-Arbeit.

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Wie Gleichberechtigung im Alltag funktionieren kann

Im Alltag zeigt sich Gleichberechtigung dort, wo Entscheidungen, Abläufe und Verantwortlichkeiten bewusst besprochen werden. Es beginnt meist in kleinen Situationen: Wer bereitet morgens das Frühstück vor? Wer bringt die Kinder in die Schule? Wer übernimmt an Tagen mit vielen Terminen die Routine-Aufgaben zu Hause? Diese Absprachen sind essenziell, vor allem wenn beide Eltern berufstätig sind und ihre verfügbare Zeit begrenzt ist. Gleichberechtigung bedeutet hier, die beruflichen Anforderungen beider Seiten ernst zu nehmen und gleichzeitig nicht zu vergessen, dass Care-Arbeit genau das ist: Arbeit. Es gilt, gemeinsam Lösungen zu finden, damit sich nicht eine Person automatisch „zuständig“ fühlt.

Ein zentraler Schritt ist, die mentale Belastung sichtbar zu machen. Viele Eltern kennen das Gefühl, innerlich eine endlose Liste mit Aufgaben und To-dos zu tragen. Wenn ihr diese Liste gemeinsam sortiert und Prioritäten festlegt, kann das helfen, Verantwortung klarer zu verteilen. Eine offene, nicht-wertende Kommunikation ist hierbei der Schlüssel! Dabei unterstützt die Frage: „Wer übernimmt welche Entscheidung? Wer denkt dauerhaft daran?“ Mentale Belastung steigt oft unbemerkt an. Daher lohnt es sich, regelmäßig innezuhalten und zu prüfen, ob die Aufteilung noch fair ist. Mithilfe sogenannter Check-ins, z. B. immer Sonntags, wie wir es machen oder aber auch täglich, lässt sich der Familienalltag sehr gut planen.

Gleichberechtigung entsteht im Alltag durch transparente Organisation. Es hilft, feste Zuständigkeitsbereiche vereinbaren, die für beide Eltern realistisch sind. Ein Bereich bleibt idealerweise komplett in einer Hand, andere Aufgaben werden klar der jeweiligen Person zugeordnet. So übernimmt nicht eine Person die Denkarbeit und die andere nur die Ausführung. Wichtig ist, diese Bereiche regelmäßig gemeinsam zu überprüfen und anzupassen, wenn sich Arbeitszeiten, Energie oder Lebensphasen verändern.

Im Alltag mit Kindern ist Flexibilität entscheidend. Manchmal läuft eine Woche anders als geplant, etwa durch Krankheit, Schulprojekte oder berufliche Spitzenzeiten. Eine gleichberechtigte Partnerschaft zeigt sich darin, dass beide Elternteile kurzfristig reagieren können, ohne dass immer dieselbe Person einspringt. Das schafft Entlastung und verhindert, dass unausgesprochene Erwartungen entstehen. Darüber hinaus ist dies ein wesentlicher Faktor für erfolgreiche Vereinbarkeit.

Ein hilfreicher Ansatz ist, Aufgaben und Verantwortungen als gemeinsame Familienaufgabe zu betrachten. Dadurch verschiebt sich der Blick weg von „Wer macht mehr?“ hin zu „Wie schaffen wir das gemeinsam fair?“. Das fördert ein echtes Teamgefühl, in dem beide Eltern sowohl beruflich als auch familiär präsent sein können, ohne sich dauerhaft überfordert zu fühlen.

Linktipp: Die Fair Play Methode mit Lena Hoppe

Ein gleichberechtigter Familienalltag braucht keine Perfektion. Gleichberechtigung im Alltag entsteht, wenn ihr immer wieder prüft, wie es euch geht, welche Erwartungen ihr habt und wie ihr Aufgaben so verteilt, dass beide Eltern Kraft behalten. Genau dieses wiederkehrende Reflektieren macht den Alltag leichter und stärkt die Familie.

Wer macht was und warum eigentlich? Die Studie von DaddyDo*

Viele Elternpaare wünschen sich eine gerechte Verteilung von Verantwortung. Doch wenn es konkret wird, sieht der Alltag oft anders aus. In einer Online-Umfrage mit über 220 Eltern von DaddyDo-Gründer Philipp Macke wollten wir wissen, wie Aufgaben in Familien heute tatsächlich geregelt sind.

Die Ergebnisse zeigen: Väter möchten sich mehr einbringen, werden aber seltener fest eingebunden. Mütter erleben häufig, dass sie nicht nur praktisch viel übernehmen, sondern zusätzlich auch gedanklich ständig vorausplanen. Zwischen Wunsch und Wirklichkeit liegt oft eine spürbare Lücke.

Warum wir gefragt haben

Im Frühjahr 2025 haben wir 228 Eltern befragt, wie sie Verantwortung im Familienalltag erleben. Mütter, Väter, Alleinerziehende und Patchwork-Familien haben mitgemacht. Uns ging es nicht um Schuld oder Ideale. Wir wollten verstehen, wie Aufgaben entstehen, wer Entscheidungen trifft und ob sich Eltern über diese Dinge austauschen.

Die Rückmeldungen waren offen, persönlich und häufig sehr klar. Viele Dinge passieren einfach so, weil sich Abläufe über Jahre eingeschliffen haben und kaum jemand darüber spricht.

Viele Eltern beschrieben, dass sie Aufgaben übernehmen, ohne dass dies je abgesprochen wurde. Andere erzählten, dass Entscheidungen im Alltag eher entstehen als getroffen werden und dadurch Verantwortung oft unbewusst an einer Person hängen bleibt.

Gleichzeitig wurde deutlich, dass vielen erst beim Ausfüllen der Umfrage bewusst wurde, wie viel davon im Hintergrund läuft und wie selten diese Muster gemeinsam reflektiert werden.

Der Alltag regelt sich nicht von selbst

Nur 16 Prozent der Befragten empfinden die Aufgabenverteilung als sehr ausgewogen. Gleichzeitig wünschen sich laut einer repräsentativen Allensbach-Studie im Auftrag des Bundesfamilienministeriums 82 Prozent der Bevölkerung eine partnerschaftliche Verteilung familiärer Verantwortung.

In unserer Umfrage wurde deutlich: Aufgaben werden selten bewusst und klar aufgeteilt. Sie bleiben bei der Person, die sie immer schon erledigt hat. Das führt oft zu Frust auf beiden Seiten. Daneben ist wachsender Mental Load oftmals für die Mütter eine echte Belastung.

Wer übernimmt Verantwortung und wer denkt an alles?

Ein Satz tauchte besonders häufig auf: „Ich habe das Gefühl, an alles denken zu müssen.“ Für jede vierte befragte Person ist genau das die größte Herausforderung im Familienalltag.

Gemeint sind damit keine großen Entscheidungen, sondern viele kleine gedankliche Aufgaben: An Arzttermine denken, Gummistiefel checken, Geschenke besorgen, Kita-Zettel nicht vergessen.

Mental Load ist heute ein bekanntes Konzept. Trotzdem verteilt sich diese unsichtbare Verantwortung in vielen Familien immer noch sehr einseitig. Der Väterreport zeigt, dass Frauen weiterhin rund zwei Drittel der unbezahlten Sorgearbeit leisten. Viele Väter wünschen sich zwar mehr Beteiligung, kommen im Alltag aber nicht gut ins Handeln.

Entscheidungen entstehen oft nebenbei

In vielen Familien werden Aufgaben nicht bewusst aufgeteilt. Sie entstehen durch Gewohnheit. Viele berichten davon, dass sie Dinge einfach machen, weil sie es schon immer gemacht haben. Oder weil sonst niemand daran denkt.

Das führt langfristig zu Schieflagen, selbst wenn niemand das bewusst so gewollt hat. Gleichzeitig zeigen die Daten: Viele Väter möchten sich stärker einbringen. Aber sie bekommen dafür selten den Raum oder werden aktiv einbezogen.

Digitale Hilfe kann unterstützen, aber nicht ersetzen

36 Prozent der Befragten nutzen bereits digitale Unterstützung. Weitere 30 Prozent können sich das gut vorstellen. Kalender, Erinnerungen und Apps helfen dabei, den Überblick zu behalten.

Viele berichten jedoch, dass sie sich trotz digitaler Tools weiterhin allein verantwortlich fühlen. Digitale Lösungen können den Alltag entlasten, wenn sie bewusst eingesetzt werden. Sie sollten jedoch nicht bei Erinnerungen stehen bleiben. Sie können zusätzlich dabei unterstützen, Zuständigkeiten sichtbar zu machen, Gespräche zu beginnen und klare Entscheidungen zu treffen.

Zwei Impulse für mehr Gleichberechtigung im Alltag

  • Verantwortungsbereiche klären: Geht gemeinsam durch, welche Lebensbereiche es in eurer Familie gibt. Kleidung, Gesundheit, Schule, Finanzen, Rituale, Einkäufe, Freizeit, Termine und Kommunikation mit Betreuungseinrichtungen sind typische Beispiele. Entscheidet im nächsten Schritt, wer welchen Bereich aktuell führt und wie sich das anfühlt. So entsteht ein besseres Gefühl dafür, wo echte Zuständigkeit beginnt und wo möglicherweise unausgesprochene Erwartungen wirken.
  • Mentale Last nachvollziehbar machen: Jede Person schreibt für einen Tag auf, was sie gedanklich bewegt. Dazu gehören konkrete Aufgaben genauso wie Gedanken, die im Hintergrund mitlaufen. Ist das nächste U-Heft griffbereit? Haben wir an den Kita-Fototag gedacht? Wer besorgt das Geschenk für den Kindergeburtstag? Diese Listen zu vergleichen, kann dabei helfen, ein gemeinsames Verständnis davon zu entwickeln, was mentale Last bedeutet und wie sie sich verteilt.

*Die DaddyDo Umfrage “Familie & Verantwortung im Auftrag von Philipp Macke gibt einen Einblick in den Familienalltag von über 220 Eltern.

Persönliche Erfahrung: Wie ist es bei Philipp Macke von DaddyDo und seiner Partnerin?

Ich selbst habe mich lange als engagierter Vater gesehen. Rückblickend war ich jedoch oft derjenige, der auf Zuruf reagiert hat. Ich habe Dinge übernommen, wenn ich gefragt wurde, aber selten von mir aus aktiv Verantwortung übernommen.

Seit wir begonnen haben, Zuständigkeiten klarer zu regeln, funktioniert vieles besser. Es ist nicht perfekt, aber deutlich strukturierter und ehrlicher geworden. Heute weiß ich genau, wofür ich zuständig bin. Die Waschmaschine gehört genauso dazu wie die Kommunikation mit der Kita oder alles, was die Schule betrifft. Verantwortung zu teilen bedeutet nicht, dass beide alles machen. Es bedeutet, gemeinsam zu entscheiden, wer welche Bereiche führt und wie sich das im Alltag anfühlt.

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Mehr zu DaddyDo: Ein Partner für bewusste Verantwortung im Familienleben

DaddyDo hilft Vätern, aktiv Verantwortung im Familienalltag zu übernehmen. Die Anwendung macht sichtbar, was im Alltag wirklich ansteht, und gibt Orientierung, damit aus gutem Willen klares Handeln wird.

So entstehen Verantwortungsbereiche, die auf Augenhöhe verteilt werden und Beziehungen stärken. DaddyDo begleitet Väter dabei, ihren Platz in der Familie selbst zu gestalten und das zu lernen, was sich jeder Vater zu wissen gewünscht hätte, bevor er Vater wurde.

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Fazit

Du weißt nun, wie wichtig und umfangreich es ist, Gleichberechtigung im Alltag mit Kindern anzugehen und so umzusetzen, dass ihr als Elternpaar harmoniert, ohne dass einem von euch die mentale Belastung die Luft zum Atmen abschnürt.

Ein Familienalltag mit gleichberechtigten Eltern definiert sich durch die Kommunikation sowie einer reflektierten Rollenverteilung, bei der die Bedürfnisse jedes einzelnen Familienmitglieds im Vordergrund stehen.

Die informativen Erkenntnisse, die Philipp Macke im Zuge seiner Studie für die Webapp DaddyDo erlangt hat, liefern fundierte Argumente aus dem Alltag von über 200 Eltern, wie wichtig Gleichberechtigung im Alltag ist, was es mehrheitlich braucht (vor allem uns Väter!) und wie es gelingen kann.

Let’s talk:
Wie teilt ihr Aufgaben und Verantwortung auf? Was funktioniert gut? Wo wird es schwierig? Und was hat sich bei euch vielleicht schon verändert? Wir freuen uns über Gedanken, Erfahrungen oder kleine Alltagseinblicke. Schreib sie gern in die Kommentare oder stellt uns bzw. Philipp eure Fragen zum Gleichberechtigung im Alltag oder zur Anwendung DaddyDo!

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Das Papammunity-Team

Hey, ich bin Richard, Vollblut-Papa und zusammen mit meiner Frau Maren, ausgebildete Sozialassistentin & Erzieherin sowie studierte Sozialpädagogin aktuell in der Jugendhilfe tätig, führen wir als Eltern eines Sohnes den Elternblog „Papammunity“.

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