Buchtipp: Familie als Team – Autorin und Mental Load Expertin Laura Fröhlich im Interview

Wir haben Laura Fröhlich, Mental Load Expertin mit jahrelanger Workshop- und Vortragserfahrung im Interview Fragen zu ihrem Buch Familie als Team, welches am 11. März 2025 erscheint, gestellt. Ein Buch sowohl an die Mütter als auch an die Väter gerichtet, das leicht verständlich aufzeigt, wie gleichberechtigte Elternschaft im Familienalltag funktionieren kann.

Ein Buch für Männer zum Thema Mental Load – wie geht das zusammen?

Für Männer ist dieses Thema oft negativ besetzt, weil sie denken: „Jetzt gehts darum, mir zu zeigen, was ich alles nicht mache.“ Diese Befürchtung hält manche Männer ab, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen, dabei können sie dabei nur gewinnen. Dafür braucht es aber einen ansprechenden Einstieg, der Lust macht. Und das wollte ich mit dem Buch unbedingt schaffen.

Nach vielen ernsten Ratgebern, die das Richtige meinten, aber zu wenig Veränderung brachten, sind wir alle längst müde davon, Diskussionen rund um Mental Load zu führen. Daher kommt mit meinem Buch ein völlig neuer Ansatz, der nicht nur die Augen öffnet, sondern auch den Spaßfaktor mitbringt – und vor allem: der Männer anspricht! Wir wollen jetzt nicht die Vorurteilskiste öffnen und Plattitüden dreschen, aber Männer lesen Betriebsanleitungen, weil sie auf Lösungen aus sind. Sozialisation und so, wissen wir. Und deshalb ist sie hier, DIE Betriebsanleitung für geteilte Care-Arbeit.

Unser Lesetipp: „Es ist auch mein Zuhause – Care-Arbeit und Mental Load aus der Papa-Perspektive

Wie nimmst Du Väter im Umgang mit Mental Load im Familienalltag wahr?

Unterschiedlich. Viele interessieren sich dafür, weil sie die Belastung bei ihrer Partnerin wahrnehmen und etwas ändern möchten, oder weil sie selbst gestresst sind. Andere meiden das Thema Care-Arbeit. Auch das hat unterschiedliche Gründe. Einige Väter ahnen wohl, dass die unbezahlte Arbeit nicht fair verteilt ist, andere haben Sorge, zum Vollzeit-Job nun auch noch eine Menge Haushaltsmanagement aufgebrummt zu bekommen. Väter stehen auch unter Druck, und brauchen deshalb ein Buch, das sie von dem Druck befreit und praktische Lösungen mit an die Hand gibt.

Was sind die signifikanten Voraussetzungen für einen gleichberechtigten Familienalltag?

Dass ein Paar bereit ist, über das Thema zu sprechen und die unsichtbare Arbeit sichtbar zu machen. Anschließend geht es darum, einen Alltag zu organisieren, der für beide funktioniert, und die Arbeit sowie die Freizeit fair verteilt ist. Voraussetzung ist meiner Meinung nach auch, dass Fürsorge-Arbeit mehr Wertschätzung erhält. Sie ist genauso wichtig und notwendig wie die Erwerbsarbeit. Dafür sollten beide Elternteile auch kompetent in Sachen Haushalt und Kinderbetreuung sein. Das Modell Alltagsmanagerin und Assistent führt nicht nur zu mangelnder Gleichberechtigung, sondern auch zu viel Frust und vielen Konflikten.

Was bedeutet Mental Load im 21. Jahrhundert für Dich? Eine Einordnung

Mental Load ist die Belastung, die entsteht, wenn sich eine Person im Alltag um alle notwendigen organisatorischen Aufgaben kümmern muss (Windeln besorgen, Arzttermine ausmachen, Packlisten schreiben…). Wir können es auch „die unsichtbare Last, an alles denken zu müssen“ nennen. Dazu kommt, sich verantwortlich für diese Alltagsaufgaben zu fühlen und unter der Belastung zu leiden. Mental Load betrifft oft Frauen, weil die Gesellschaft erwartet, dass Frauen fürsorglich sind und sich um Alltagsaufgaben kümmern (wollen). Frauen spüren diesen Druck und geraten dann schnell in die Mental-Load-Falle.

Welche Herausforderungen im Familienalltag siehst Du, die Mütter haben, um auf Care-Arbeit im Sinne einer gleichmäßigen Aufteilung aufmerksam zu machen?

Care-Arbeit erfährt wenig Wertschätzung in der Gesellschaft und das überträgt sich dann manchmal in die Familien. Die Arbeit wird nicht als besonders anstrengend erachtet, im Gegensatz zur Erwerbsarbeit: „Ich bin nur in Elternzeit“ oder „Sie arbeitet nur halbtags“.

Dabei ist diese Arbeit ebenso wichtig wie anstrengend – die ewige Erreichbarkeit, die To-dos hören nie auf und ständig muss sich um etwas gekümmert, aufgeräumt und organisiert werden. Das weiß nur, wer es selbst erlebt hat, darum ist es auch so wichtig, dass sich Eltern die Elternzeit teilen. Also nicht gemeinsam auf Reisen gehen, sondern Alltagskompetenzen erwerben, allein mit den Kindern. Diese Erfahrung können oder wollen manche Väter nicht machen. Mental Load wird dann kleingeredet oder als nicht der Rede wert erachtet. Das ist meiner Meinung nach das größte Problem.

Was können Mütter besser machen, um ihren Mental Load zu reduzieren bzw. als weniger ermüdend wahrzunehmen?

Ich finde ja, dass vor allem die Väter etwas besser machen können: Sich zuhause im Alltag engagieren, ohne darum gebeten zu werden. Planung ist aufwendig und anstrengend, hier wünschte ich mir, dass Väter ganz eigenständig Kleider für die Kinder einkaufen, Arzttermine ausmachen und sich um Playdates kümmern. Wie Paare sich die Verantwortung leichter teilen können, das habe ich in meinem Buch beschrieben.

Wenn Mütter sehen, dass sich die Väter engagieren und die Aufgaben ernst nehmen, können sie leichter loslassen. Das ist dann aber auch eine wichtige Aufgabe: Nicht dem Vater hinterhermanagen, sondern ihn seine Erfahrungen mit den Kindern machen lassen.

Was sind Deine Key-Learnings als Mental Load Expertin anhand Deiner jahrelangen Erfahrung?

Dass Mental Load so viele Auswirkungen auf unser Leben und auf unsere Zufriedenheit hat. Es ist so eine große Chance für Familien, sich mit diesem Thema auseinanderzusetzen und dabei zu schauen, wie sie es sich einfacher machen können. Das wollte ich mit meinem Buch Familie als Team zeigen: Das Ziel ist, dass sich Familie als Teamwork anfühlt, dass alle gemeinsam entscheiden und Aufgaben aufteilen. Und dass ganz viel Zeit übrig bleibt, in der Familien einfach mal abschalten und das Zusammensein genießen können.

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Mehr zu Laura Fröhlich

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LAURA FRÖHLICH ist Buchautorin, Speakerin und Expertin für Mental Load. Die Redakteurin unterhielt viele Jahre den beliebten Blog «Heute ist Musik», auf dem sie sich mit der mentalen Belastung von Familien beschäftigte. Sie hält Workshops, Online-Seminare und Vorträge dazu. Ihr Buch «Die Frau fürs Leben ist nicht das Mädchen für alles» ist ein beliebter Longseller. 2025 folgt der praxisbezogene Leitfaden «Familie als Team». Laura Fröhlich lebt in Süddeutsch- land, ist verheiratet und hat drei Kinder.

Herzlichen Dank an Laura!

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Hey, ich bin Richard, Vollblut-Papa und zusammen mit meiner Frau Maren, ausgebildete Sozialassistentin & Erzieherin sowie studierte Sozialpädagogin aktuell in der Jugendhilfe tätig, führen wir als Eltern eines Sohnes den Elternblog „Papammunity“.

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