Autonomiephase bei Kleinkindern

Hugo befindet sich aktuell in seinem dritten Lebensjahr. Ein Lebensjahr, das berühmt berüchtigt ist für seine Autonomiephase. Ein Kleinkind entwickelt nun immer mehr seine eigene Persönlichkeit, gepaart mit verbesserten motorischen und sprachlichen Fähigkeiten. Somit stellt sich vermehrt der natürliche Effekt des Trotzen gegenüber Mama und Papa ein. Die Standard-Antwort lautet „Nein“. Der elterliche Wunsch nach den alltäglichen To Do’s, wie Zähneputzen oder Windeln wechseln, wird geflissentlich ignoriert. Und ein Kleinkind beginnt mehr und mehr seine Grenzen auch körperlich auszutesten. Sowohl den Eltern gegenüber, als auch Spielgefährten. Nach der ersten Trotzphase geht es mit 2+ nun also in die erste, echte Autonomiephase. Helm auf, hier kommt mein Erfahrungsbericht zur Autonomiephase bei Kleinkindern.

Das erwartet Dich

Das Verhältnis Eltern - Kind in der Autonomiephase

Die Autonomiephase (auch Trotzphase genannt) ist ein enorm wichtiger und weitreichender Entwicklungsschritt im Leben eines Kleinkindes.

Das Kind hat in den ersten zwei Lebensjahren eine enorme Entwicklung gemacht. Sowohl körperlich, als auch geistig. Alle grundlegenden Fähigkeiten sind erlernt und Dein Kind hat sich seine eigene Welt erschaffen, mit ganz eigenen Interessensgebieten und Prioritäten.

Die Welt von uns Eltern ist unseren Kindern dagegen nicht mehr so präsent und ansprechend. Der Alltag, bestehend aus Arbeiten, Haushalt und so vielem mehr, spielt für ein Kleinkind einfach keine Rolle. Ein Kleinkind-Alltag besteht aus Spielen, Essen, Experimentieren und Entdecken.

Daraus ergibt sich, dass Grenzen nicht mehr einfach so akzeptiert werden. Bzw. werden gesetzte Grenzen der Eltern auch gerne ausgetestet. Oftmals mit einem schelmischen Grinsen und der puren Absicht, zu prüfen, wie weit ich gehen darf.

Körperliche Auseinandersetzungen in der Autonomiephase bei Kleinkindern

Diese so intensive Zeit bei einem Kleinkind ist naturgegeben. Gefühlsausbrüche jeglicher Art gehören hier zum Familienalltag für uns Eltern.

Dabei kann es auch schon mal ziemlich rau und schmerzvoll zugehen. Aus dem Spielen heraus oder beabsichtigt; auch das Kontrollieren von Gefühlen und Emotionen will erst noch gelernt werden.

Hauen und Beißen

Ich erinnere mich, Hugo auf dem Arm gehabt zu haben und gemeinsam mit Mama haben wir rumgealbert. Irgendwann war der Spaß so groß, dass Hugo sich in meine Schulter verkrochen hat und nach 2-3 Sekunden ziemlich fest zugebissen hat. Eine schmerzvolle Erfahrung aus dem Nichts, aber doch typisch für dieses Alter.

In anderen Momenten steckt aber auch eine gewisse Absicht dahinter. Ein Ausprobieren: zur Zeit wird gerne gehauen. In unregelmäßigen Abständen kommt es vor, dass Hugo einfach so zu einem gelaufen kommt und einen haut. Manchmal fragt er auch gezielt, dass er gehauen werde möchte. Erschreckende und anfangs surreale Wörter aus seinem Mund. Wir sagen ihm dann, dass wir das sicherlich nicht machen und er das auch nicht möchte. So, wie andere Kinder oder Erwachsene auch nicht gehauen werden möchten.

Auch untereinander liefern Hugo und seine Freunde sich teilweise wilde Auseinandersetzungen. Im Mittelpunkt steht dabei meist ein Spielzeug, was nicht geteilt werden kann. Da wird dann auch schon mal recht schnell gehauen oder geschubst, gezerrt, geschrien und geweint.

Mein Tipp: immer ruhig und geduldig bleiben. Erkläre Deinem Kind mit sachlichen Argumenten, dass dieses Verhalten nicht gut ist. Viel besser als zu hauen oder zu schubsen, ist es den Gegenüber in den Arm zu nehmen oder einen Kuss zu geben. Diese Konfliktsituationen sind wichtig für die weitere Entwicklung Deines Kindes. Wir Eltern geben unseren Kindern hier viel mit und stellen ein Stück weit die Weichen, wenn es zu solchen Emotionen und Situationen kommt.

Raufen

Ein Punkt, der aus meiner Vater-Sohn Perspektive rührt, ist das Raufen. Ich habe selbst einen drei Jahre älteren Bruder und erinnere mich, dass wir uns von klein auf viel gerangelt, gezankt und gerauft haben.

Ich denke, dass auch das ein wichtiger Entwicklungsschritt ist, in puncto Durchsetzungsvermögen und Konfrontation. Und so passiert es manchmal auch, dass aus dem gemeinsamen Spiel zwischen Hugo und mir, auch mal gerauft wird. Wobei ich davon ausgehe, dass das in den nächsten Jahren im Kindergarten mit den gleichaltrigen Freunden eher mehr wird.

Darüberhinaus ist es schlicht und ergreifend auch historisch bedingt. Grade bei Jungs gibt es das Kräfte messen schon seit Beginn der Menschheit an. Die viele Energie, der Bewegungsdrang und das Reiben untereinander ist auch heutzutage weiterhin präsent. Es muss sich gemessen werden, um herauszufinden, wer der Stärkere ist.

Spielzeug-Vandalismus

Ein Punkt in der Autonomiephase bei Kleinkindern, der mich anfangs ziemlich irritiert hat, ist der Umgang mit seinem Spielzeug. Ab und zu kann es passieren, dass eine Spielsache genommen wird und einfach so auf den Boden oder auf eine andere Spielsache gehauen wird.

Ich denke, dass auch hier eine Art Gefühlschaos herrscht, dass sich seinen Weg bahnt. Viel Energie, die entfaltet werden will, aber vielleicht auch Grenzen, die überschritten werden, um Aufmerksamkeit zu bekommen.

Spielen mit Gleichaltrigen in der Autonomiephase

Weiter oben habe ich ja bereits kurz erwähnt, dass auch das Verhalten unter Kleinkindern in der Autonomiephase herausfordernd ist.

Das Gerangel um ein Spielzeug ist meist der Auslöser. Gleichzeitig stehen Kinder im dritten Lebensjahr noch am Anfang der verbalen Kommunikation. Folge ist eine Auseinandersetzung, die dann auch durchaus in Hauen, Schubsen oder Beißen enden kann.

Es ist manchmal echt zum Haare raufen, Hugo dabei zu beobachten, wie er haut oder schubst. Das viele gute Zureden und erklären auf Augenhöhe scheint dann immer sofort verpufft zu sein. Andererseits gehört es dazu. Es ist ein Lernprozess, der sowohl einstecken als auch austeilen mit sich bringt.

Mein Tipp: je nach Situation ist es möglich, dass die Kinder ihren Zwist selbst regeln, sofern nicht schon direkt gehauen oder gebissen wird. Aber die direkte Auseinandersetzung mit Gleichaltrigen trägt auch sehr zur weiteren Entwicklung bei, ohne dass sofort auf die Eltern zurückgegriffen wird. So wird das Selbstbewusstsein und Selbstständigkeit gefördert.

Das Wichtigste ist, dass wir unsere Kinder in diesen Phase begleiten. Es ist ein so wichtiger und weitreichender Prozess, der hier stattfindet, der es zwar extrem herausfordernd machen kann, als Eltern verständnisvoll und unterstützend da zu sein, aber genau das ist es, was jetzt von uns gebraucht wird seitens des Kindes.

Wie erlebst Du die Autnomiephase bei Kleinkindern?

LG, Richard & Hugo.

Verwandter Artikel: „Hallo Trotzphase“

Richard & Hugo

Richard & Hugo

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